Zusammen mit meinem Freund Arturo habe ich die kleine Wohnung im Stadtteil Barceloneta renoviert. In 2 Minuten am Stand und in 5 Minuten in der Altstadt, ist Barceloneta eigentlich ein kleines Dorf mit Markthalle, Bäckerei, Ferreteria und kleinen gemütlichen Taperias und Restaurants. Es verirren sich nur wenige Touristen in dieses etwas versteckte ehemalige Fischerviertel zwischen Port Vell und dem 1992 entstandenen olympischen Hafen.
Gerne stelle ich die Wohnung privat zur Verfügung. Zur Deckung der monatlichen Kosten für Unterhalt, Strom, Gas, Wasser, Abwasser und Quartiertaxe habe ich einen Tagesansatz festgelegt. Wem der Preis zu hoch ist, soll das bitte ansprechen. Wir finden eine Lösung!
Informationen zur Wohnung (Webversion, ausführlich)
Info zur Wohnung (Kurzversion pdf Flyer)
Hier ein paar Eindrücke der kleinen Wohnung, der nahen Umgebung und auch Erinnerungen an die Geschichte und den Umbauprozess:
Durch ein gemeinsame Projekte meiner Professur mit Universität Autonoma Barcelona (UAB) suchte ich für ein Semester eine Bleibe in der Stadt. Durch die Krise im Zusammenhang mit der Unabhängigkeitsbewegung waren die Mieten hoch. Unerwartet hat mir ein pensionierter Fischer seine alte Wohnung verkauft. Die schmale steile Treppe war für ihn nicht mehr zu überwinden. Er lebte mit seiner vierköpfigen Familie viele Jahre in dieser kleinen 2.5 Zimmer-Wohnung. Ich wohnte anfangs selber in er unveränderten Wohnung mit blauen Wänden, einer tiefer gehängten Aluminiumdecke mit eingabauten Halogenleuchten, einem einbauschlafzimmer mit vielen Spiegelschränken und grossen weissen Bodenplatten.
Arturo lernt ich im Restaurant El Xiringo, damals noch von Xavi geführt, kennen. Als ich begriff, dass er nicht nur Bühnenbildner (für die Fura dels Baus) Ingenieur ist mit einer eigenen kleinen Baufirma, begannen wir Pläne zu schmieden. Die Überraschungen während dem Umbau hatte Arturo bereits erwartet. So konnten wird die originale Baustruktur wieder hervorgeholen. Hier ist z.B. die originale Deckenstruktur mit den typischen voltas catalanas zu sehen.
Hier die alten Bodenkacheln, sogenannte hydraulics. Sie waren unter einem klassischen Fliessenboden versteckt. Das eine Muster haben wir für die Wand in Nassraum verwendet. Nun bilden Kacheln einen interessanten Kontrast mit dem zukunftsweisenden wassersparenden Roca-Recycling WC. Das italienische Bettsofa von CLEI musste über den kleinen Balkon in die Wohnung gebracht werden. Dazu hat Arturo und sein Team das Geländer abgetrennt und wieder angeschweisst.
Ein Fragment wunderschöner originaler hydraulic Kacheln aus dem zweiten Raum haben wir ganz versteckt verbaut. Hier eine Aufnahme während der Renovationsphase. Du findest sie vielleicht erst ganz am Schluss, beim Aufnehmen der Böden ;-)
Der übrige Boden wurde in mehreren Schichten fugenlos gespachtelt mit einem mineralischen Microzement. Schränke und auch die Küche wurden von Arturo auf Mass gefertigt. Das Gestaltungskonzept wurde gemeinsam mit der katalanisch-argenitischen Architektin Mariona Oliver Pujol entwickelt.
Neben dem Boden und den originalen voltas catalanas an der Decke wurde auch die originale Ziegelsteinwand unter mehreren Farbschichten hervorgeholt. Diese Wand hat eine besondere Bedeutung und der noch erkennbare kleine zugemauerte Durchgang gibt Raum zu vielen Spekulationen. Der an die Wand gelehnte Lattenrost diente mir in dieser Zeit als Bett in der Baustelle...
Obwohl noch jung im Vergleich zur übrigen Ciutat Vella und insbesondere zum Barri Gotic, ist das ehemalige Fischerviertel Barcelonata historisch und baugeschichtlich äusserst interessant. Die ersten Häuser wurden ab ca. 1750 gebaut, als im ehemaligen Viertel La Ribera eine Kaserne gebaut wurde und die dort lebende Bevölkerung umgesiedelt werden musste. Die alten Grundmauern, Strassen und Keller von La Ribera - und die brutale Geschichte zum Untergang des katalanischen sind im Museum 1714 im Quartier El Born zu bestaunen.
Noch heute ist bei einem Spaziergang in Barceloneta gut zu erkennen, dass die zuerst zweistöckig gebauten Häuser schachbrettartig angelegt wurden. Im Erdgeschoss der jeweils 70m2 grossen Reihenhäuser befand sich ein kleines Handwerkslokal und darüber die über eine Innentreppe erreichbare Wohnung. Später wurde in das obere Stockwerk über einen separaten Eingang erschlossen. In einer nächsten Phase wurde ein zweites Stockwerk gebaut. Eine schmale Türe mit engem Treppenhaus erschliesst nun die Wohnungen. Noch höher zu bauen war statisch nicht möglich. Deshalb wurde in einem nächsten Schritt längs der Gasse in der Mitte des Gebäudes eine tragende Mauer hochgezogen. Die Fläche der Wohnungen halbierte sich auf ca. 35m2 und die Stabilität war gegeben nun bis zu 6 Stockwerke hoch zu bauen. Beim Studium der Fassaden der Häuser sind viele der erwähnten Details zu erkennen. In einem der wenigen, immer noch 2-stöckigen Häuser, ist das Museum Casa de la Barceloneta 1761 eingerichtet.